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Die Geschichte:
Vor langer Zeit, so berichtet eine Legende, gab es einst irgendwo auf der Welt weit weit entfernt ein sagenumwobenes Land namens Hyrule. Doch dieses Land wurde bedroht, bedroht von den Mächten der Finsterniss, die es auf das größte Geheimnis des Landes abgesehen hatten. Damals erschien wie aus dem Nichts ein unbekannter Held. Dieser Held der Zeit, wie man ihn später nannte, verbannte das Böse und so ward es eine lange Zeit friedlich. Doch das Böse kehrte zurück und suchte das Land erneut heim. Die Menschen von Hyrule beteten zu den Göttern im festen Glauben, dass der Held der Zeit erneut erscheinen würde, doch er erschien nicht. Was aus dem Land dann wurde weiß niemand mehr so genau. Im hier und jetzt hat auf einer fernen Insel namens Präludien ein kleiner Junge namens Link seine ganz eigenen Gedanken, denn sein Geburtstag ist nah und noch weiß er nicht was seine Großmutter sowie seine kleine Schwester ihm schenken werden. Dieses Geburtstagsfest sollte jedoch sehr bald zu einem traurigen Tag werden als just diese Schwester von einem Riesenvogel entführt wird. Zusammen mit einer Piratenbande macht sich Link auf die Suche nach ihr. Sein Weg führt ihn schnurstracks zur Verwunschenen Bastion.
Das Spiel:
Mit Wind Waker feiert Zelda nun also auch ihren Einstand auf dem GameCube. Gerade bei der Entwicklung dieses Spiels war die Aufmerksamkeit der wartenden Spieler sehr hoch, seitdem erstmals eine Tech-Demo mit einem Kampf zwischen Link und Ganondorf damals gezeigt wurde. Um so erschrockener war man dann, als man etwa ein Jahr später erfuhr, dass dies nicht die Grafik aus dem kommenden Spiel war. Stattdessen wurde auf einer Messe nun ein ganz anderer Link präsentiert, der damals einst nach Shigeru Myamotos eigenen Worten seine ganz persönliche Vorstellung des Links war, den er immer haben wollte. Und diese führte den Spieler zurück in eine Welt der bunten Kindergrafik. So stark verjüngt und so super-deformed war das neue Spiel für die meisten erstmal ein Schock, doch dieser Stil wurde letztenendes trotz aller Kritiken durchgezogen und bildet nun die Basis von Wind Waker. Doch dazu später mehr. Wind Waker spielt in einer Welt, die im Gegensatz zu allen vorherigen Zelda-Spielen fast völlig mit Wasser überdeckt ist. Auf diesem schier endlosem Meer gibt es eine Reihe von Inseln, die man im Laufe des Spiels anfahren kann. Fahren tut man mit dem sogenannten Roten Leuenkönig, einem verzaubertem sprechendem Segelboot, das man recht schnell im Spiel findet. Dabei bildet das gesamte Meer quasi eine einzige große Spielwiese. Überblendungen beim Betreten von neuen Regionen gibt es erstmals nicht mehr. Nur noch beim Betreten von Gebäuden oder Dungeons wird umgeblendet. Das bedeutet aber auch, dass ihr die weiten Strecken zwischen den Inseln selbst überqueren müsst, wobei hier die Windrichtung sicherlich eine bedeutende Rolle spielt. Es ist nunmal was anderes ob man nun mit oder gegen den Wind fährt. Um die Fahrten auf offener See interessanter zu gestalten, treiben sich im Meer auch allerlei Objekte und natürlich auch Monster rum, denen man nicht zu nahe kommen sollte, es sei denn man hat eine Wurf- oder Schusswaffe mit an Bord. Aber nicht nur Gefahren gibt es bei den Reisen. So tauchen nur als Beispiel auch immer mal wieder Fässer im Wasser auf, die Oftmals den Spieler zu einer kleinen Ralley von Fass zu Fass einladen sollen. Zu gewinnen gibt es, wie soll es in einem Zelda-Spiel anders sein, meist Rubine. Alles in allem hat man offenbar versucht die Meeresreisen möglichst interessant zu gestalten. Selbst an unterschiedliche Wettereffekte mit resultierendem unterschiedlich hohem Wellengang hat man gedacht. Am Himmel kann man den Wolkenauf- und Abbau beobachten und neben Tag und Nacht gibt es sogar unterschiedliche Mondphasen, die alle irgendwie direkt oder auch indirekt einen Einfluss auf das haben was auf dem offenen Meer geschieht. Wer Ocarina of Time gespielt hat, weiß sicher noch um die Wirkung der Ocarine, die man im Spiel hatte. Mit ihr konnte man eine Reihe Lieder spielen und somit unterschiedliche Zauber bewirken, sofern man die Lieder dazu gelernt hat. Einen ähnlichen Gegenstand gibt es nun auch in diesem Spiel. Der magische Taktstock oder im englischen auf Wind Waker genannt, woher der Name des Spiels dann auch geklärt ist, bewirkt ähnliche Zauber, sofern man weiß wie man ihn schwingen muss. So kann man es Tag oder auch Nacht werden lassen, die Windrichtung ändern oder auch einen magischen Wirbelsturm verursachen, der einen blitzschnell an andere Orte wehen kann.
Ansonsten gibt es natürlich auch wieder das gewohnte Arsenal an Zelda-Utensilien, sprich Enterhacken und Wurfketten um sich woanders hinzuschwingen, einen Bogen mit normalen oder später auch magischen Pfeilen, Bomben, Eisenstiefel für den richtigen Halt auf dem Boden, Flaschen um Dinge aufzubewahren und und und. Auch ein paar weitere neue Dinge sind hinzugekommen wie z.B. ein magisches Blatt, dass man verwenden kann um sich langsam über große Distanzen nach unten segeln zu lassen. Auch hier ist natürlich die Windrichtung von Bedeutung, die sich sehr stark auf die Fluglänge auswirkt. Natürlich spielt Wind Waker nicht nur auf dem Wasser. Auf den Inseln gibt es einige Dinge zu erledigen. So gilt es auch diesmal in Städten und Dörfern den Menschen zu helfen, finstere Dungeons zu erforschen und am Ende natürlich den einen oder anderen Bossgegner zu besiegen. Die Dungeons selbst sind dann auch wieder so wie man es in Zelda gewohnt ist, sprich es reicht nicht nur sich durchzukämpfen, man muss auch sein Köpfchen einsetzen oder man kommt nicht weit. Zahlreiche Puzzles warten insbesondere in den Dungeons darauf gelöst zu werden, bevor man sich dem Wächter des Dungeons stellen kann. Neben den großen Inseln u.a. mit besagten verliesen gibt es auch noch eine Reihe kleinerer. Diese sind oftmals sehr markant. So gibt schon die Form manchmal einen leichten Hinweis darauf was einen erwarten könnte. Aber auch wenn nicht, dient sich zumindest dazu die Insel eindeutig zu identifizieren. So gibt es z.B. eine Insel die wie ein Hufeisen aussieht, eine andere sieht aus wie ein Stern, eine dritte ist eine Inselkette die das Sternbild des Orion nachbildet usw. Auf eigentlich allen dieser Inseln gibt es entweder kleine Minidungeons zu durchforsten oder direkt auf der Insel irgendetwas zu tun, sei es nun irgendwelche Schalter zu betätigen, alle angebrachten Kanonen zu zerstören oder ähnliches. Damit ihr bei eurer Fahrt auf dem Wasser nun nicht völlig im leeren tappt, gibt es eine Seekarte auf die die Inseln eingetragen werden können. Dazu müsst ihr aber erstmal die entsprechenden sprechenden Fische in dem Quadranten der Karte finden. Diese schwimmen im Meer herum und zeichen euch die Insel auf der Karte auf und geben sogar einen Hinweis, vorrausgesetzt ihr bezahlt sie mit dem entsprechenden Futter. Apropos Futter, dies gibt es auch für Möven, die überall im Spiel rumfliegen. Füttert ihr eine Möve damit, könnt ihr sie nun eine Weile lang steuern. Dies ist mehr als nur eine Spielerei, es ist für einige Puzzles wichtig. Stellt euch doch mal vor ihr wollt an eine Truhe ran um die ein Feuerring gelegt ist, der den Weg blockiert. Der Schalter um den Feuerring auszuschalten ist aber auf einer hundert meter hohen Nadeldünnen bergspitze auf die man nicht raufkommt. Da ist eine Möve recht praktisch, vorrausgesetzt natürlich ihr kommt mir ihr an den Raubvögeln vorbei, die um die Nadelspitze herumfliegen. Wer in Wind Waker auf diese oder andere Weise Schatztruhen findet, erhält aber nicht immer gleich einen Schatz. Oftmals gibt es auch nur eine Schatzkarte, die den Ort eines im Wasser versunkenen Schatzes verrät. Habt ihr solch eine Karte gefunden, seid ihr nun in der Lage den Schatz zu bergen. Vorrausgesetzt ihr habt wie immer den passenden Gegenstand dafür im Inventar.
Besitzer eines Game Boy Advance, dürfen sich übrigens besonders freuen. Hat man im Laufe des Spiels eine Person namens Tingle befreit, bekommt man von ihr den sogenannten Tingle-Tuner. Schließt man nun den Game Boy Advance an den GameCube an, kann man nun das Display des GBA nutzen und so z.B. von Tingle Tipps erhalten oder auch im Tingle Shop einkaufen, das unter Umständen sogar in Dungeons. In diesem Zusammenhang gibt es ein extra Side-Quest für den Tingle-Tuner. Allen anderen sei aber zum Trost gesagt, dass der Tingle-Tuner in keiner Weise entscheidend für das Spiel ist. Wer den GBA nicht hat, wird wohl nicht mal merken, dass es überhaupt ein GBA-Sidequest gibt. Also auch Personen die keine GBA haben werden bis auf diese Ausnahme und den zusätzlichen Möglichkeiten des Tingle-Tuners nichts verpassen. Wem das nicht reicht, kann sich im Spiel auch auf die Sucher nach möglichen Foto-Motiven machen. Ganz im Zeichen von Link's Awakening kann man sich auch hier selbst auf die Suche nach geeigneten Motiven für Fotografien machen. Passende Motive sind in diesem Fall Monster und Personen. Daraus folgt, dass man bei Boss-Gegnern z.B. halt nur eine einmalige Gelegenheit hat das Foto zu schießen. Wer's verpasst hat Pech gehabt. Auch hier wieder ein Trost: Das schießen der Fotos und die Möglichkeit daraus an einem bestimmten Ort im Spiel Figuren draus machen zu lassen, wirkt sich nicht weiter auf's Spiel aus. Zurück zu der Grafik. Grafisch gesehen setzt Zelda auf die Cell Shading Technik, wie es sie auch schon in Spielen wie Wild Arms 3 gegeben hat. Wie schon erwähnt hat Wind Waker einen sehr kindlichen Stil, der an einige amerikanische Zeichentrickfilme erinnert. Die PAL-Version des Spiels enthält wie schon bei Ocarina of Time eine Sprachauswahl. Erwähnt wird dies deshalb nochmal, da es doch sehr deutliche Unterschiede in den Namensgebungen zwischen den Sprachen gibt. So nennt sich Links Heimatinsel im Englischen Outset Island, im Deutschen aber Präludien. Windfall Island wird zu Port Monee, der Wind Waker zum magischen Taktstock und so weiter. Wer das Spiel dann durch hat, kann sich eine Clear-Speicherstand erstellen lassen. Mit diesem Speicherstand kann man das Spiel dann nochmal neu starten, und so z.B. die fehlenden Fotos im Spiel machen, denn die bisherigen Fotos sowie die Kamera werden mit in den neuen Spielstand übernommen. Desweiteren gibt es dann auch ein paar andere kleinere Änderungen wie z.B. die, dass Link nun nicht mehr in seiner bekannt grünen Kleidung ist.
Meine Meinung:
Ich blicke auf Wind Waker mit einem lachenden und einem weinenden Auge. In meiner Gunst rangiert dieses Spiel im Moment lediglich auf Platz 4 aller Zelda-Spiele, was zu großen Teilen an diesem, sagen wir mal recht eigenartigen Stil liegt. Dieser kunterbunte Kindergrafik mag vielleicht im Geschmack von Myamoto liegen, aber meiner ist es nicht gerade. Nicht, dass mir die Grafik so wichtig wäre, aber dumm wird es dann wenn die Grafik die Atmosphäre dämpft, was sie stellenweise tut. So sorgt das Cell Shading z.B. zwar für absolut realistische Lichteffekte, aber das scheinbar auf kosten der ohnehin schon kargen Grafikdetails. Sieht man diesen teilweise absichtlich schiefen Kindeststil, dann in einem finsteren Dungeon, wirkt dieses auf einmal gar nicht mehr finster wie es noch bei Ocarina of Time in einem ähnlichen Dungeson der Fall war. Die Musik ist da übrigens leider auch kein wirklicher Rettungsanker. Sie ist größtenteils einfach zu blass. In Ocarina of Time waren die musikalischen Dungeon-Themen jedenfalls besser. Was mich aber besonders stört sind die zahlreichen absolut peinlichen Momente in einigen der Städte im Spiel. Egal ob man nun die teilweise recht idiotischen Geräusche mit anhören muss, die wohl sowas wie ein Ersatz der Sprachausgabe sein sollen, irgendwie völlig unsinnige Personen trifft wie z.B. den Eskimo-Händler der immer in seinem Winterpelz gekleidet einen Stand auf einer Sommerlichen Inselstadt für, oder auch die Tatsache, dass man des öfteren in mehreren Sätzen hintereinander die gleiche Information enthält, besonders dann wenn sie eigentlich absolut unwichtig ist (in etwa so: "Was wir sind in einer Höhle auf dem Berg? Aha, wird sind also in einer Höhle auf dem Berg. Was für eine Frechheit mit in diese Höhle auf den Berg zu schleppen" - Stellt euch dabei die Worte Höhle und Berg noch rot markiert vor, und das unter dem Hintergrund, dass ihr schon längst wisst, dass ihr auf einer Höhle auf dem Berg seid. Ihr seid ja selbst dorthin gegangen). An einigen Stellen im Spiel hab ich mir ehrlich gesagt da nur noch den Kopf gehalten. Aber es gibt auch andere Momente, die besonders in den Dungeons auftreten. Trotz des Atmosühärenverlustes sind diese nämlich immer noch wie gewohnt absolut hervorragend designed. Hier kam dann bei mir dann wieder das ersehnte Zelda-Feeling auf, das bei den hervorragend in Szene gesetzten Bossen dann auch seinen absoluten Höhepunkt hatte. Ja, das waren dann die Stellen wo ich mit offenen Augen da saß und endlich wusste wieso ich mir das Spiel gekauft hatte. Leider sind diese Momente eher karg besäht im Spiel. Abgesehen von der verwunschenen Bastion und dem Spielschluss habe ich nur 4 große Dungeons und damit nur 4 Bossgegner gezählt. Das ist nur ein Bruchteil von dem was man sonst in einem Zelda-Spiel präsentiert bekommt. Schade eigentlich, dies verkürtzt das Spiel ungemein. Wie ein Versuch das ansonsten zu kurz gekommene Spiel zu strecken wirkt dann auch noch die Schatzsuchjagt mit den Schatzkarten. So abwechslungreich es ist die Schatzkarten zu finden, so öde wird es nach und nach die eigentlichen Schätze zu heben. Spätestens nach der zehnten Schatzhebung irgendwo im Meer verkommt das ganze zu einer reinen Fleißarbeit, besonders wenn man wie ich dann auch noch den Fehler macht erstmal möglichst viel Schatzkarten zu horten und dann die Schätze erst hintereinander später hebt. Alles in allem ist meiner Meinung nach Wind Waker trotzdem ein sehr gutes Spiel, dem es bei mir persönlich aber diesmal leider an diesem "Nur noch dieses eine Dungeon, dann hör ich auch wirklich auf" Effekt fehlte, trotz der vielen innovativen Neuerungen. Ich hoffe dieses Gefühl werde ich beim nächsten Zelda-Spiel wiederbekommen. (GSandSDS)
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| Titel: |
The Legend of Zelda: The Wind Waker |
| Originaltitel: |
Zelda no Densetsu: Kaze no Takuto |
| Hersteller: |
Nintendo |
| Lokalisation: |
Nintendo of America (USA), Nintendo of Europe (Europa) |
| System: |
GameCube |
Erscheint:
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Erschienen (Japan) Erschienen (USA) Erschienen (Europa) |
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