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Final Fantasy X-2
Die Geschichte: Es ist schon über zwei Jahre her seit Tidus und Yuna die Welt Spira von der immer wiederkehrenden Gefahr namens Sin befreit hatten. Dieser Tag war es jedoch auch wo Tidus sich buchstäblich vor Yunas Augen in Luft auflöste und seitdem nicht wieder gesehen wurde. Die Welt hat sich verändert, die alte Ordnung von Yevon ist in sich zusammengebrochen und mehrere konkurrierende Gruppierungen sind entstanden. Alle mit anderen Ansichten wie das Leben nun weitergeführt werden soll. Yuna selbst gilt fortan als Heldin auf die die ganze Welt aufblickt und muss daher ihren lodernden Schmerz über ihren Verlust jeden Tag verdrängen. Auch hat seit diesen zwei Jahren nie Zeit gehabt um zu trauern. Wenn nicht gerade Betrüger versuchen sich als Yuna auszugeben, um so am ihrem Ruhm teilzuhaben, ist Yuna selbst immer schwer beschhäftigt, die Erwartungen der Menschen von Spira an sie zu erfüllen. Alles ändert sich jedoch als Yuna eine Sphere zugespielt bekommt, die auf Mt. Gagazet gefunden wurde. In dieser Sphere: eine Aufzeichnung mit Tidus, der anscheindend von irgendjemandem gefangengenommen wurde und in ernsten Schwierigkeiten steckt. Lebt Tidus also noch? Zusammen mit Rikku und ihrer neuen Freundin Paine macht sich Yuna auf die Reise, um mehr über die Aufzeichnung in der Sphere zu erfahren. Noch weiß sie nicht, dass bald viel mehr auf dem Spiel steht als erwartet. Mit dem Tod von Sin kam die Freiheit. Mit dem Tod von Sin sollte Yuna aber auch bald eine neue Wahrheit aufdecken, die ihre Wurzeln tief in der Vergangenheit von Spira hat. Eine schreckliche Wahrheit über Spira, Tidus und sie selbst, die Yuna und ihre Freunde bald einholen wird.


Das Spiel: Mit Final Fantasy X-2 wurde das allererste Mal eine der Standfestesten Regeln der gesamten Serie gebrochen, nämlich die niemals zwei Spiele in ein und dem selben Welt stattfinden lassen. Nun ist es aber soweit. Final Fantasy X ist das erste Spiel der Serie, das einen direkten Nachfolger bekommt. Dabei war dieser Umstand schon seit dem erscheinen von Final Fantasy X International in Japan quasi indirekt angekündigt, denn hier gab es mit dem Film "Another Story" eine Anspielung auf das was zwei Jahre nach dem Ende des eigentlichen Spiels erfolgte. Und der Film ging dazu noch offen aus. So ist die Existenz dieses Spiel nicht wirklich verwunderlich. Will man Final Fantasy X-2 mit seinem direkten Vorgänger vergleichen kommt man in gewisser Weise zu dem Schluss, dass dieses Spiel völlig gleich und doch auch völlig anders ist. Was an dem Spiel gleich ist, ist z.B. die Grafik Engine aus X, die für X-2 einfach nochmal recycled wurde. Generell hat man es sich bei den Orten oftmals sehr leicht gemacht und bietet dem Spiele viele Gegenden an, die er so eigentlich auch schon aus X kennt. Das geht sogar so weit, dass oftmals zu 100% die gleichen Maps aus dem Vorgängerteil nochmal verwendet wurden, lediglich grafisch ein ganz kleines Bischen aufgemotzt. Wer den Vorgänger also gut kennt, dem werden die meisten Gegenden also recht bekannt vorkommen, und zwar so wie sie sind, Haus für Haus, Baum für Baum und Straße für Straße. Sogar die Geheimplätze der diversen Orte sind noch da. Soviel zu den Gemeinsamkeiten, die einen auf dem ersten Blick auffallen, kommen wird zu den Unterschieden. Eigentlich fängt das ganze schon in den ersten Szenen an. Wer etwa die ersten 20 Minuten von Final Fantasy X-2 gespielt hat, kann schon in etwa erwarten was auf ihn zukommt: Ein quirliges, buntes Spiel mit einer Girly-Party, die sich selbst Yu-Ri-Pa (Abkürzung für Yuna, Rikku und Paine) nennt. Genauso ist auch das ganze Auftreten und Gehabe, nicht nur dieser Party, die sich im Übrigen im weiteren Verlauf des Spiels auch nicht ändern wird. Alles ist recht poppig gehalten. Überall gibt es irgendwelche Neon-Reklame, Luftschiffe die eher wie eine Harley Davidson aussehen oder herumtanzende NPCs. Auch die Musik ist dieser Thematik entsprechend angepasst und vermittelt stellenweise ein wenig den Stil der 70er Jahre. Übrigens ist die Musik das allererste Mal zu keinem auch noch so geringem Anteil aus der Feder von Nobuo Uematsu entsprungen. Auch sind natürlich nicht alle Orte im Spiel schonmal dagewesen. Es gibt auch neue Orte im Spiel, wie z.B. merkwürdige fliegenden Inseln oder unbekannte Abgründe. Auch wurden alte Orte oftmals mit bisher noch nicht dagwesenen Zugängen zu neuen Dungeons usw. versehen.

Ebenfalls völlig anders ist die gesamte Struktur von Final Fantasy X-2. So ist das Spiel z.B. in diverse Kapitel unterteilt. Ein Luftschiff gibt es eigentlich schon ganz zu Beginn des Spiels. Mit ihm ist man in der Lage an den verschiedensten Orten auf Spira zu landen und dort diverse Aufträge anzunehmen. Viele der Aufgaben und Orte sind Optional, nur einige wenige sind Pflicht. Sterne neben den Ortsnahmen markieren den Schwierigkeitsgrad relativ zur momentanen Partystärke. Sobald ein Auftrag beginnt, wird dies mit einer Art Schriftanimation angekündigt, ebenso der erfolgreiche Abschluss dieser Aufgabe. Die Aufgaben der Nebenschauplätze sind dabei recht vielseitig. Mal muss man eine bestimmte Person finden, mal einen Händler auf seiner Reise vor Banditen schützen. Mal muss man ein Monster besiegen und mal auch nur als Moogle verkleidet Luftballons verteilen, wärend es bei den Schauplätzen der Haupthandlung meist lediglich darum geht eine neue Sphere zu finden, die etwas mehr Licht ins Dunkel um Spiras Vergangenheit und Tidus Aufenthaltsort gibt, und meist von irgendeinem Bossmonster bewacht wird. Wo wir aber nun schonmal bei den Monstern sind, widmen wir uns nun dem Kampfsystem. Die Kämpfe in Final Fantasy X-2 wirken sehr dynamisch. Ein Grund dafür sind sicherlich die meist sehr aktiven, fast schon hyper-aktiven und sich dauernd bewegenden Gegner im schnellen Takte der Musik. Der eigentliche Grund ist aber das Kampfsystem selbst. Gab es bei Final Fantasy X noch das neuartige CTB-System, ist man hier nun nicht nur wieder auf das bereits bekannte ATB-System zurückgeschwenkt, sondern hat es auch noch auf die Spitze getrieben. Gegner und Charaktere haben, wie bei ATB, üblich jeweils eigene Zeitbalken, die sich füllen. Ist bei jemandem die Zeit abgelaufen, kann derjenige losschlagen. Dies geschieht diesmal nun wirklich zu jeder Zeit egal ob ihr nun wartet, oder gerade in den Menüs rumfummelt. Die Menüs selber sind in den Kamüfen recht groß, damit man nicht den Überblick über die Gegner verliert wird daher so etwas wie eine Live-Schaltung, wie man sie aus diversen Nachrichtensendern kennt, verwendet. So kann man, auch wenn man im Bildschirmfüllenden Menüs im Kampf hin und herblättert noch den Kampf in einer Ecke des Schirms überwachen und zur Not sofort zurückschalten. Doch das Kampfsystem macht hier nicht halt und geht sogar noch einen Schritt weiter. So können nun auch Gegner angegriffen werden, die gerade dabei sind selbst anzugreifen, was natürlich zu interessanten taktisch verwendbaren Nebeneffekten führt. Sogar gemeinsame Angriffe von Charakteren sind möglich. Seit dem Verschwinden der Aeons alias Bestia am Ende von Final Fantasy X ist an Summons in den Kämpfen natürlich nicht mehr zu denken. Als Ersatz hat man ein fast schon ebenso erprobtes wie bewährte System nochmal eingeführt: das Job-System, das viele Spieler sicherlich noch aus Final Fantasy III und V kennen. Und natürlich wurde dieses System nochmal kräftig aufgemöbelt. Mit Hilfe des Job-Systems seit ihr in der Lage eure Charaktere in bestimmte Klassen wie Weißmagier, Schwarzmagier, Sängerinnen, Pistolenschützen usw. zu verwandeln. Mit jeder Klasse hat der Charakter ganz bestimmte Fähigkeiten. So können Weißmagierinnen heilen, Schwarzmagierinnen Angriffszauber verwenden, Sängerinnen Statusangriffe bewerkstelligen uns so weiter. Der Clou dabei ist, dass man in diesem Spiel die Klassen nun auch mitten im Kampf wechseln kann. Dazu bedient man sich sozusagen diverser Mini-Sphärobretter, die man im Laufe des Spiels in verschiedenen Variationen erhalten kann. Diese Boards haben unterschiedlich viele Slots und Verbindungsstrecken zwischen ihnen. In die Slots kann man dann die diversen Jobs, repräsentiert durch diverse Symbole, anbringen. Will man nun im Laufe eines Kampfes den Job wechseln, muss man nichts weiter tun als über eine Verbindung auf dem Board von einem Slot zum nächsten zu wandern. Wie gut ihr das könnt, hängt wie gesagt vom Board ab, die all ihre Vor- und Nachteile haben. Einige Boards haben viele Slots, andere wiederum viele Verbindungen, so dass man sozusagen von jedem Job direkt zu jedem anderen wechseln kann. Wiederum andere Boards haben gewisse Bonusfelder, die man beim Wechseln der Jobs automatisch überlaufen kann und einem irgendeinen Vorteil wie z.B. erhöhter Schaden bei allen Feuerangriffen verschafft.

Wo wir schon bei den Boards sind, das große Sphärobrett aus Final Fantasy X selbst musste leider weichen. Ebenfalls weichen mussten die bekannten Limit-Attacken der Charaktere. Auch die bekannten Waffen aus dem Vorgänger mussten weichen, jeder Charakter hat gewissermaßen nur noch die Waffen, die die entsprechende Job-Klasse mitbringt. Lediglich einige Zusatzgegenstände, mit diversen speziellen Fähigkeiten dürfen angelegt werden. Zu diesen Fähigkeiten kann neben Schutz vor Gift, oder bestimmten Elementen auch ein erhöhter physischer Schutz gehören. Dies ist jedoch dann nur eine der vielen Spezialeigenschaften dieser Gegenstände, denn richtige Schutzrüstungen gibt es hier ebenfalls nicht. Habt ihr am Ende alle Hauptaufgaben in einem Spiel erledigt, kommt es in der Regel noch zu einem letzen Extraauftrag. Ist dieser ebenfalls erledigt, gilt das Kapitel im Spiel als beendet und das nächste folgt, mit neuen Aufträgen und Orten. Habt ihr alle Aufträge durchgespielt, gibt es am Ende eine von mehreren vier möglichen Endsequenzen, je nachdem wie gut ihr das Spiel gespielt und wieviel ihr dort verpasst habt. Drei der vier Endsequenzen (Bad Ending, Normal Ending, Good Ending) könnt ihr beim ersten Durchspielen bekommen. Das vierte Ende (Perfect Ending) ist nur zu sehen, wenn man das Spiel in einer Art New Game+ nochmal spielt.


Meine Meinung: Ja hoppala, das hat es wirklich noch nie gegeben! Ein direkter Nachfolger eines Final Fantasy Spiels? Das ist wirklich neu! Final Fantasy X-2 jetzt schon zu beurteilen fällt schwer, hab ich doch lediglich nur einmal einen Blick, wenn mit etwa 10 Stunden einen recht langen Blick, auf das Spiel werden können. Von der Story hatte ich natürlich kein Wort verstehen können, aber immerhin reichte es für den Eindruck, dass diese offensichtlich etwas spärlich gesäht ist. Der Eindruck kann natürlich täuschen, aber immerhin verbringt man ja auch den weitgehenden Großteil damit Nebenquests abzuklappern, die mit der Kerngeschichte nichts zu tun haben. Etwas ebenfalls sicherlich unbedingt erwähnenswertes ist der Spielstil. Täusch ich mich, oder sind die Charaktere nun noch weniger bekleidet als vorher? Und dann die Sache mit der Girly-Group, ihrem gehabe und natürlich den Verwandlungen in den Kämpfen wo die Charaktere jedesmal erst stückweise ihre alte Kleidung verlieren, bevor sie dann neue erhalten. Nicht, dass dort wirklich bedenkliches zu sehen wäre, aber es ist offensichtlich, dass man sich den gleichen Prinzipien bedient hat, wie schon die Hersteller einer gewissen Tomb Raider Reihe mit ihrer Lara Croft. Die Idee ist für Final Fantasy X-2 sicherlich mal etwas erfrischend neues, auch wenn die Mädchen stellenweise doch ein wenig arg peinlich rüberkommen und ich stellenweise echt an Sailor Moon denken musste. Ich hoffe jedoch nicht, dass dies nun zum Standart in Final Fantasy wird. Wie dem auch sei, wer Final Fantasy X mochte, nichts gegen eine reine Mädchentruppe hat, und bereit ist auch mal eine möglicherweise nicht so ausgedachte Story hinzunehmen, dem wird Final Fantasy X-2 sicherlich gefallen, zumal er dafür mit einem blrillianten Feuerwerk an neuen Grafiken und Effekten, sowie einigen aberwitzigen Szenen belohnt wird. Das endgültige Wort soll an dieser Stelle aber noch nicht gesprochen werden. Warten wir bis dahin erstmal bis zum erscheinen der PAL- oder wenigstens US-Version ab.


Titel: Final Fantasy X-2*
Originaltitel: Final Fantasy X-2, Final Fantasy X-2 International**
Hersteller: Square Enix
Lokalisation: Sony (USA)*, Atari (Europa)*
System: PlayStation 2
Erscheint:
Erschienen (Japan)
Erschienen (USA)*
Februar 2004 (Europa)*
* Basiert auf dem normalen Final Fantasy X-2
** Enthält das Bonusspiel Last Mission

(Bilder: Gamers.com)

   
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