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Dragon Warrior VII
Ein Schloss
Die Geschichte: Irgendwo in den Weiten des Meeres liegt die Insel Estard. Estard ist ein kleines Königreich mit nur eine Stadt gleichen Namens, einem Schloss und einer kleinen Hafenstadt namens Fishbel. Alles ist friedlich, keine Monster weit und breit, kein androhender Weltuntergang oder vergleichbares. Nur ist es irgendwie merkwürdig, dass diese Insel anscheinend das einzige Stück Land weit und breit auf der Erde zu seien scheint. In diese Welt lebt ein junger Fischerssohn der zusammen mit seinen Freunden, der vorlauten Nachbarstochter Maribel und Keifer, dem Sohn des Königs, in einer Welt wo jeder buchstäblich jeden kennt, immer wieder gerne Abenteuer erlebt. Dieses mal steht eine abgelegene Ruine im verbotenen Bereich der Insel auf der Tagesordnung. Doch die drei sind frohen Mutes, gibt es doch keine Monster auf dieser Insel. So sind sie in der Lage nach und nach bis ins innerste der Ruinen, vorzustoßen. Dieses Wagnis sollte sehr bald schwerwiegene Folgen haben, denn im inneren der Ruinen finden die drei eine Menge merkwürdiger Podeste, sowie eine scheinbar uralte Inschrift, die von einem Krieg vor langer Zeit zwischen Gott und dem Dämonenkönig berichtet. Den Krieg hatte der Dämonenkönig verloren, doch wurde auch Gott sehr stark geschwächt, so dass er am Ende in einen tiefen Schlaf viel. Die Kontinente der Welt wurden versiegelt und bleiben solange von der Erdoberfläche verschwunden, bis jemand kommt und das Unrecht von damals wieder gutmacht. Es kommt natürlich wie es kommen muss. Durch das Zusammenlegen eines Puzzles auf einem dieser Podeste werden die Freunde tief in die Vergangenheit gezogen, und nun liegt es an ihnen aus der Welt wieder das zu machen was sie einst war.


Eine Stadt
Das Spiel: Dragon Quest VII ist sicherlich eines der Spiele auf die insbesonders die japanischen Spieler seinerzeit am sehnsüchtigsten gewartet hatten. Kein Wunder, zog sich die Entwicklung des Spiels immer und immer wieder in die Länge. Was letztendlich dabei heraus rauskam sollte eines der erfolgreichsten Spiele aller Zeiten werden. Wer die früheren Dragon Quest Teile kennt, wird sich bei Dragon Quest VII auch sofort heimisch fühlen. Kampfsystem, Soundeffekte, sowie Monsterdesign und Steuerung kennt man größtenteils schon aus dem ersten Teil der Serie und haben sich seitdem nur minimal verändert. Dabei kommt es anfangs eigentlich noch gar nicht zu besagten Kämpfen. Erst nach etwa drei Spielstunden hat man es wirklich mit dem ersten Gegner zu tun. Das Kampfsystem ist wie gesagt Dragon Quest Standart. Einmal in einen Kampf geraten, sieht man die Gegner von vorne. Große Animationen gibt es nicht. Stattdessen werden die einzelnen Handlungen via Text beschrieben. Dieses Kampfsystem erscheint auf dem ersten Blick sehr einfach, fast schon primitiv, doch sollte man sich dadurch nicht täuschen lassen. Das Kampfsystem wurde seit dem ersten Teil mehrmals verfeinert und so wundert es nicht, dass es auch hier einige Extras in Form des Klassen-Systems gibt. Bis der Spiele jedoch an diese Stelle kommt, wo er das System das erste mal einsetzen kann, heißt es erstmal stundenlang geduldig durchspienen. Dann aber kann sich der Spieler entscheiden seinen Charakteren diverse Jobs zu geben und sie so zu Zauberern, Piraten, Rittern oder entsprechendem zu machen. Je nach Job ändern sich nun die Statuswerte der Helden, doch bleibt es natürlich nicht dabei. Einmal in einem Job drin, kann man nun mit den Kämpfen soetwas wie Job-Punkte erhalten. Hat man genug dieser Punkte bekommen, lernt man eine neue Technik, die man behalten kann. Dabei gilt es drauf zu achten welche Gegner man dafür bekämpft. Sind die Gegner zu schwach, gibt es nur wenige Punkte. Wer also in seinen Jobs schnell aufsteigen will, sollte darauf achten dem eigenen Level entsprechend würdige Gegner zu bekämpfen. Nachdem man mit einem Job eine bestimmte Anzahl von Fähigkeiten erhalten hat, gilt der Job als gemastert und man kann sich theoretisch dem nächsten Job widmen. Wer will kann aber auch eine Job schon mittendrin wechseln, dies ist an einem bestimmten Ort im Spiel jederzeit möglich. Man muss dazu diesen Ort aber aufsuchen. Das System ist an diese Stelle aber noch nicht ganz zuende. So gibt es weitere Jobs bzw. Klassen, die man nur lernen kann wenn man zuvor andere Klassen gemastert hat. Außerdem gibt es neben all diesen Klassen auch noch eine ultimative Klasse, es soll an dieser Stelle aber dazu nicht allzuviel verraten werden.

Abgesehen vom Kampfsystem präsentiert sich das Spiel auf dem ersten Blich sehr bescheiden. Man stapft durch eine einfache 3D-Welt, die an eine isometrische Perspektive erinnert, die man aber frei drehen kann. Die Charaktere hingegen sind in 2D gehalten und spärlich animiert. Der Soundtrack selbst ist betont klassisch gehalten und enthält wie üblich auch viele Stücke aus vorhergegangenen Teilen der Serie. Von der einfach gehaltenen Darstellungsweise sollte sich der Spieler jedoch nicht täuschen lassen, denn das Spiel bietet viel Abwechslung und viele verschiedene Aufgaben die man erledigen kann. Die Hauptaufgabe besteht dabei im Prinzip jedesmal darin in vorher benannten Tempel ein Puzzle zusammenzusetzen und dann in einen neuen Ort in der Vergangenheit zu reisen. Einmal dort angekommen, gilt es eine ganz bestimmte Aufgabe zu erledigen. Hat man diese Geschafft, erscheint die entsprechende Welt auch nun in der Gegenwart. So werden die Kontinente in der Gegenwart immer größer und neue Inseln erscheinen. Im Laufe des Abenteuert wird man dabei aber neben Gegnern und Schätzen auch neue Puzzleteile finden. Hat die passenden Teile zusammen, kann man so ein neues Puzzle zusammensetzen und in eine neue Welt gehen. Was die Gegenwart von der Vergangenheit grundsätzlich unterscheidet, ist die Tatsache, dass es bis auf bei ein paar Ausnahmen keine Gegner in der Gegenwart gibt. Verändert ihr irgendetwas in der Vergangenheit, hat dies auch Auswirkungen auf die Gegenwart. Es ist nicht immer so, dass ihr stupide einfach einen Ort nach dem anderen in der Vergangenheit reisen müsst. Vielmehr passiert es häufig, dass sich ein Quest erstmal noch nicht völlig durchspielen lässt. Ihr seid dann gezwungen es bis zu einem bestimmten Punkt anzuspielen und euch erstmal anderen Orten zu widmen, bis ihr irgendetwas gefunden habt, sei es ein Gegenstand oder eine Information, das euch in der letzten Welt weiterhilft. Auf diese Weise gibt es sehr viel Spielraum für die Reihenfolge in der man die Orte abklappern kann. Anfänglich scheinen die Geschichten, die sich in diesen Orten abspielen, auch nichts miteinander zu tun zu haben. Doch dieser Eindruck täuscht. Im Laufe des Spiels beginnen sich die Geschichten nach und nach immer weiter miteinander zu verweben und zu verstricken, bis alles auf ein ganz bestimmtes Ziel hinausläuft.

Neben der Hauptstory mit seinen ganzen Einzelheiten, gibt es natürlich auch jede Menge Sidequests. So kann man für die verschiedensten Personen immer mal wieder Aufträge erledigen und sogar auch dabei helfen eine ganze Stadt neu aufzubauen, nebst Leute für diese Stadt anzuwerben. Oder ihr fangt diverse Monster ein, und haltet sie in einem extra dafür hergerichtetem Monsterpark. Insgesamt kommt man über 100 Stunden Spielzeit, wenn nicht noch mehr. Dragon Quest VII erschien für die PlayStation unter dem Namen Dragon Warrior VII in den USA. Einen PAL-Release in Europa wird es wohl wie immer nicht geben.


Meine Meinung: RPG-Fans aufgepasst! Dieses Spiel ist eure Bewährungsprobe bei der Frage wieviel Grafik und Effekte euch wirklich wichtig sind, oder wie wichtig euch lediglich Story und Gameplay sind. Die Probe ist wirklich hart, denn die Grafik im Spiel ist gelinde gesagt grauenhaft. Dabei sind es nicht mal schiefen 3D-Grafiken oder das Kampfsystem, das mich dabei so stört. Nein, es sind die Charaktere, oder besser gesagt dessen Animationen. Bei aller Liebe zum Spiel, aber mehr als zwei bis drei Bewegungsstufen pro Charakter hätten nun wirklich sein können. Es gibt keine Emotionsdarstellungen, jedenfalls nicht in der Charaktergrafik, und bei bestimmten Stellungen der 3D-Umgebung wirken die Charaktere auch noch unverhältnismäßig schief. Auch die Soundeffekte wirken übertrieben "Retro". Tut mir leid, aber ich verstehe den Sinn nicht auch noch in der PlayStation Version eines Spiels noch die Soundeffekte aus NES-Zeiten zu verwenden. Am schlimmsten ist es aber an den Stellen, wo die Entwickler scheinbar versucht haben etwas aufwendigere Szenen darzustellen: bei den Zwischensequenzen. Diese sind nicht nur spärlich, sondern zudem auch noch in einer solch schlechten Qualität, dass es meiner Meinung nach besser gewesen wäre, sie vielleicht doch völlig zu streichen. Bei den Filmen sieht man echt nur irgendeinen Pixelwust. Auch bei der Musik muss ich ein klein wenig negative Kritik loswerden. Die Musik an sich ist wunderschön, jedoch für meine Bedürfnisse nicht immer passend. Musik um bestimmte emotionale Szenen darzustellen, gibt es so z.B. so gut wie überhaupt nicht. Dadurch geht meines erachtens schon etwas an Spieltiefe verloren, ist die Musik doch fast immer Emotionsträger Nummer 1 in einem Spiel. Doch wem das alles nicht stört, weder die Grafik, die einfache Darstellung des Kampfsystems, die vielen Kämpfe an sich und all das andere nichts ausmacht, der wird wahrlich mit einem hervorragenem Spiel belohnt. Die Kämpfe sind wie gesagt viel und auch ein wenig schwer, aber nie unfair und verlangen immer mal wieder etwas Taktik. Puzzles gibt es ebenso, wenn auch nicht allzu komplex, sind sie aber da und verlangen schon immer mal wieder ein wenig Überlegungen. Die Dungeons sind, wenn auch simpel dargestellt, im Design jedoch sehr gut durchdacht. Alles in allem ist Dragon Quest VII also immer noch ein sehr hervorragenes Spiel, das sich an vielen Stellen auch von den typischen Klischées hervorhebt. Alles was ihr dafür nur tun müsst, ist euch erstmal durch die in etwa 10 Stunden "Vorspiel" zu schlagen (das ist in etwa der Zeitraum wo man ohne Klassen-System kämpft). Ich hoffe ihr könnt diese Geduld aufbringen. ;)


Titel: Dragon Warrior VII
Originaltitel: Dragon Quest VII
Hersteller: Enix, Heart Beat
Lokalisation: Enix (USA)
System: PlayStation
Erscheint:
Erschienen (Japan)
Erschienen (USA)
Nicht geplant (Europa)

   
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