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Die Geschichte:
Es sind ca. 20 Jahre vergangen seit Crono, Lucca & Co. die Zukunft vor Lavos gerettet haben. Serge lebt ein einfaches und zufriedenes Leben in Arni, einem kleinen Fischerdorf irgendwo in El Nido, einer kleinen Inselgruppe fernab von Zenan, dem Hauptkontinent. Doch dann gerät dieses Leben völlig durcheinander, als er sich in ein Paralleluniversum verirrt. Bei dem Versuch die Umgebung in diesem Universum zu erkunden, wird er plötzlich von Unbekannten angegriffen, aber von einem wunderschönen Mädchen namens Kid gerettet. Eine Antwort suchend nach der Frage was das alles soll, willigt er ein sich Kid mit seiner Gruppe anzuschließen, welche momentan auf der Suche nach einem geheimen Artefakt, der sogenannten 'Frozen Flame' ist. Doch mit den vielen Agenten, die scheinbar alle hinter ihm her sind ist diese Aufgabe gar nicht so einfach. Die Sache spitzt sich zu, als er den merkwürdigen Katzenmenschen Lynx trifft, welcher behauptet eine spezielle Beziehung zu Serge zu haben. Ab dann wird er von allen Seiten gejagt, wärend er sich fragt welche Rolle er in dieser der Heimat so änlichen und doch so unterschiedlichen Welt spielt. Mehr und mehr kommt er einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur welches nicht nur zwei verschiedene Welten, sondern auch unterschiedliche Zeitepochen umfasst.
Das Spiel:
Der Nachfolger von Chrono Trigger ist eigentlich gar nicht so neu wie es scheint. Große Teile der Geschichte wurden nämlich von dem Chrono Trigger Ableger "Radical Dreamer" entnommen, das in Japan für das SNES Add-On-System Sattelaview entwickelt wurde. Das Spiel wurde für die Playstation entsprechend aufgemotzt. Spielerisch hat sich vieles geändert aber auch viele wurde wieder übernommen. Die Gegner können wie im Vorgänger schon vor einem Kampf gesehen werden, so dass man ihnen u.U. ausweichen kann. Das Kampfsystem ist wohl eines der ungewöhnlichsten, die es je in einem Rollenspiel gegeben hat. Es ist am ehesten mit dem Kampfsystem aus Xenogears zu vergleichen. Für seine Kampfhandlungen hat jeder Kämpfer insgesamt sieben sogenannte Stamina-Punkte zur Verfügung. Jede Aktion im Kampf kostet dabei eine oder mehrere dieser Punkte. Sind die Punkte verbraucht muss der Spieler erstmal eine Zieit lang aussetzen, bis sich die Punkte wieder aufgefrischt haben. Ein einfaches Kampfkommando gibt es in Chrono Cross nicht. Wählt der Spieler den normalen Angriff, muss er sich nämlich erstmal entscheiden ob er einen schwachen, mittelstarken oder starken Angriff durchführen will. Je stärker der Angriff ist so mehr werdem den Gegner Lebenspunkte abgezogen. Jedoch werden dabei auch mehr Stamina-Punkte verbraucht, zudem sind starke Angriffe unsicherer, d.h. die Wahrscheinluchkeit dass man den Gegner verfehlt wächst mit der Stärke des Angriffes. Hat man nach einem Angriff noch Stamina-Punkte übrig, so kann man in den meissten Fällen gleich nochmal zuschlagen. Wer auch diesmal einen Angriff wagt, wird sehen dass sich die Trefferquote erhöht hat, was sie nach jedem Erfolgreichen Schlag tut. So kann man sich nun also auch an stärkere Schläge mit einer reellen Chance wagen. Auf diese Weise sind viele Kombinationen übrig wie z.B. eine Folge aus einem schwachen, mittleren und dann starken Schlag. Wer das Risiko liebt, kann sich auch gleich an einen starken Schlag wagen. Sollte dieser gelingen, ist die Trefferchance für einen weiteren starken Schlag sehr hoch. Den einzigen Strich durch die Rechnung macht hier eigentlich nur noch ein Fehlschlag oder die Stamina-Punkte, denn kostet ein schwacher Schlag nur noch einen Punkt, sind es bei einem starken Schlag bereits drei.
Ungewöhnlich ist auch das Magiesystem. Magien, die in Chrono Cross Elemente heißen, können in diversen Slots mehr oder weniger frei verteilt werden. Die Slots sind dabei auf verschiedenen Leveln aufgeteilt. Bestimmte Magien sind dabei für diverse Level gedacht, können aber in vielen Fällen auch absichtlich in falschen Leveln platziert werden, für die sie eigentlich gar nicht gedacht waren. So kann man z.B. ein Level 4 Element auch ruhig mal in einen Level 1 Slot platzieren, wodurch dieser Zauber schneller abrufbar ist und weniger kostet. Man muss sich jedoch mit der Tatsache abfinden dass dieser Zauber dann schwächer sein wird als eingetlich gedacht. Wieviele Level ein Element fehlplatziert werden kann ist dabei von Element zu Element unterschiedlich. Hat man Pech darf es gar nicht fehlplatziert werden. Elemente selbst sind dabei in sechs Gruppen unterteilt, den sogenannten Farben. Diese Farben sind 'gelb' (Erde und Blitze), 'rot' (Feuer), 'grün' (Wind und Wald), 'blau' (Wasser und Eis), 'schwarz' (Schatten und Gravitation) und 'weiss' (Licht und Sterne). In der Regel kann jeder Zauber nur einmal pro Kampf eingesetzt werden. Will man also einen Element mehrmals pro Kampf einsetzen, so muss man mehrere Slots mit dem selben Element bestücken. Die Alternative währen die konsumierbaren Elemente. Diese können nur einmal eingesetzt werden und zerstören sich danach selbst, jedoch darf man als Entschädigung gleich fünf dieser Elemente in nur einem Slots platzieren, wodurch man sie auch fünfmal einsetzen kann, was Slots spart. Glücklicherweise können die meißten Elemente in größeren Mengen gekauft werden. Um einen Element benutzen zu können muss man erst die Gener erst mit der Waffe bekämfen. Je nach Härte des erfolgreichen Schlages steigt eine Art internes Elementometer mehr oder weniger stark an. Je größer der Wert dieses Elementometers, destso höherwertige Elemente, sprich Elemente höherer Levels, können auch eingesetzt werden. Ein Nachteil des Einsatzes von Elementen ist jedoch dass sie jedesmal alle sieben Stamina-Punkte verbrauchen. Komischerweise kann man Elemente jedoch auch dann einsetzen wenn man weniger als sieben dieser Punkte hat. Eine nützliche Sache, die jedoch zur Folge hat dass in diesem Fall die Stamina-Punkte unweigerlich in den negativen Bereich rücken, was zu noch höheren Wartezeiten führt. Eine weitere Sache die man während des Kampfes noch beachten sollte ist der Field-Effekt. Jedesmal wenn man ein Element der gleichen Farbe hintereinander ausführt, füllt sich oben links im Bild ein kleiner Bereich immer mehr mit einer Farbe aus. Je voller dieser Bereich mit eine Farbe ist, destso mächtiger werden alle Elemente dieser Farbe. Ein Umstand den viele Gegner gerne ausnutzen um ihre eigene Zauber stärker werden zu lassen. Das einzige was hier hilft ist es den Field-Effekt mit einem Element einer anderen Farbe zu stören. Natürlich kann man den Field-Effekt auch für sich selber nutzen. Insbesondere bei den mächtigsten Elementen, den Summon-Elementen, ist das von großer Wichtigkeit, denn diese können nur dann ausgeführt werden wenn der Field-Effekt mit der entsprechenden Farbe 100 Prozent erreicht hat. Apropos mächtige Elemente: Diese können in der Regel nicht gekauft werden. Um sie zu bekommen, muss man sie entweder finden oder man benutzt ein sogenanntes Trap-Element. Mit Trap-Elementen ist es möglich Gegnern ihre Elemente zu stehlen, sobald sie diese einsetzen wollen.
Für das Trainieren der einzelnen Charaktere hat man sich eine Mischung aus dem gewöhlichen Level-System und dem Aufstieg-nach-Kampf-System, wie es z.B. bei SaGa Frontier eigesetzt wird, entschieden. Nach fast jedem Kampf steigen bei allen Charakteren verschiedene Statuswerte an, jedoch geschieht das ganze nur bis zu einem gewissen Punkt. Danach hören die Werte auf anzusteigen. Dies geschieht erst wieder wenn man den nächsten 'Growth Level' erreich hat. Diesen erreicht man in der Regel nach einem speziellen Kampf mit einem Boss-Gegner. Mit jedem Growth-Level steigt auch die Anzahl der Element-Slots an und erhält manchmal auch dann und wann ein neues Jing-Jang-Element, Elemente die nur von einer bestimmten Person benutzt werden können und fest in einem Slot sitzen (eine Art persönlicher Special-Move). Wollt ihr noch stärker werden, so müßt ihr Euch aber natürlich auch neue Waffen und Rüstungen kaufen. Das ist aber gar nicht so einfach. Das Problem ist hierbei nicht das Geld, sondern die Tatsache, dass Ihr die Waffenhändler für jede Waffe oder Rüstung mit verschiedenen Materialien ausrüsten müsst, denn ähnlich wie in Final Fantasy VIII werden hier die Waffen und Rüstungen aus solchen Materialien erstmal zusammengebaut.
Nun aber genug vom Kampfsystem und hin zum Spiel. Die Grafiken sind ähnlich wie z.B. in Final Fantasy VII, VIII oder IX eine Mischung aus 2-D und 3-D. Die Charaktere sind hierbei alle in 3-D gehalten, während sie durch aufwendig dargestellte 2-D Landschaften. Die Kämpfe hingegen sind komplett in 3-D, wobei man in diesem Fall auch daran gedacht hat Teile der Kampfumgebung zu animieren. Was die Musik in Chrono Cross betrifft, so kann das Spiel mit einer Menge neuer Musikstücke aufwarten. Man findet jedoch auch viele alte Leider, meisst in veränderter Form, aus dem Vorgänger Chrono Trigger wieder. In Chrono Trigger war das Hauptthema Zeitreisen. In Chrono Cross nimmt man ein ähnliches Thema auf. Diesmal reist Ihr jedoch durch verschiedene alternative Realitäten der selben Welt und trefft oft auf verschiedene Versionen der selben Person, sowie auf einige Charkter aus dem Vorgänger. Von den Charakteren, die sich Euch anschließen, gibt es dabei über 40 Stück. Alle von ihnen sind dabei völlig unterschiedlich. Von starken Kriegern, Piraten, Kindern, Baby-Drachen bis hin zu merkwürdigen Pflanzenwesen oder gar irgendwelchen Knuddel-Wuffeln ist alles dabei. Es ist jedoch nicht so einfach diese Charaktere zu bekommen. Je nachdem wie Ihr Euch verhaltet bzw. welche Orte Ihr besucht habt, schließen sich Euch bestimmte Charatere an und andere nicht an. Einige der Charaktere können beim ersten Durchgang des Spiels sogar überhaupt nicht bekommen werden, denn oft bedeutet die Aufnahme eines neuen Mitglieds in der Party automatisch die Ablehnung eines anderen Charakters. Ihr müßt also das Spiel nochmals durchspielen, um die anderen Charaktere auch mal spielen zu können. Um das zu vereinfachen gibt es wie im Vorgänger nach erstmaligem Durchspielen eine 'New Game+' Option durch die Ihr ein neues Spiel mit den Statuswerten eines schon durchgespielten von vorne beginnen könnt. Wie im Vorgänger gibt es dabei auch wieder mehrere möglichen Schlüsse des Spiels. Eine lange Spielzeit wird in Chrono Cross also garantiert.
Meine Meinung:
Was habe ich auf dieses Spiel gewartet und mit jedem verstreichenen Tag meine Erwartungen höher und höher geschraubt, eine Unsitte die, wie viele sicherlich wissen, nicht gerade gesund ist. So muss ich allen, die ein zweites Chrono Trigger erwarten, erstmal eine kalte Dusche verpassen. Das Spiel ist nicht Chrono Trigger. Das heißt nicht dass es jetzt unbedingt schlechter wäre. Es ist einfach... anders. Es sieht anders aus, spielt sich anders und die Atmosphäre des Spieles ist auch anders. So spielt z.B. ein großer Teil der Handlung in Gegenden ab die irgendetwas mit Wasser oder Seefahrt zu tun haben. Die Stärke und auch gleichzeitig eine Schwäche des Spieles ist die Geschichte. Sie gehört mit zu dem komplexesten was ich je gesehen habe. Um sie nämlich zu verstehen muss man viele Informationen aus zahllosen Gesprächen mit Bewohnern der Fantasywelt herraussortieren und sie dann wie Sherlock Holmes zu einem großem Ganzen verbinden. Eine Sache die sicherlich dem einen oder anderen schwerfallen wird. Auch gibt es, insbesondere in der zweiten Hälfte des Spieles, dutzende Anspielungen auf den Vorgänger, eine Tatsache die den Leuten, die schon Chrono Trigger gespielt haben, das Spiel um so interessanter macht, aber es Neueinsteigern ziemlich erschwert hinter den Sinn der ganzen Geschichte zu kommen. Alles in allem ist die Story aber hervorragend gelungen. Ist sie anfangs vielleicht noch etwas schwach, nimmt sie mit jeder Stunde die verläuft mehr und mehr an Dichte zu. Lediglich der Schluß ist dann wieder eine herbe Enttäuschung. Die Grafik finde ich hervorragen. Noch nie waren Kampfumgebungen so lebendig. So ziehem am Himmel wärend eines Kampfes Vögel vorbei, blendet die Sonne, plätschert das Wasser vor sich hin, in dem selbsverständlich Fische schwimmen, oder schießen Geysiere aus dem Boden. Lediglich der Statusbildschirm stört mich tierisch. Jungs von Square. Ich verstehe ja dass Ihr eine möglichst hohe Grafikauflösung wollt. Müsst ihr aber dafür im Statusbildschirm unbedingt den Interlaced-Modus der Playstation benutzen? Es gibt Leute auf dieser Welt die etwas empfindlichere Augen haben, und auch mich, der diese Augen eher nicht hat, stört das ebenfalls tierisch. Nun zur Musik. Diese ist hervorragend gelungen. Zwar gibt es leider keine Ohrwürmer wie es noch in Chrono Trigger der Falls war doch stört mich das nicht. Die Musik ist sowieso eher auf Atmosphäre getrimmt und unterstützt mit mystischen Klängen selbige stark. Nun zu der wohl wichtigsten Frage. Ist Chrono Cross genauso gut oder gar besser als Crono Trigger und kann man es uneingeschränkt empfehlen? Die Antwort lautet sowohl 'ja' als auch 'nein'. Chrono Cross ist in der Tat ein würdiger Nachfolger, dennoch finde ich Chrono Trigger immer noch um einiges besser. Eine Tatsache die aufgrund der hohen Qualität von Chrono Trigger doch nicht umbedingt verwunderlich sein sollte. Die Sache mit der Empfehlung ist hier schon schwieriger. Habt Ihr Chrono Trigger gespielt bzw. kennt Ihr seine Geschichte, findet Ihr Euch mit der Tatsache ab dass Chrono Cross einen anderen Stil als Chrono Trigger hat ab, seid Ihr bereit etwas Zeit in das Kampfsystem zu investieren und müsst Ihr nach einem kurzen Blick auf den Statusbildschirm nicht gleich zum Augenarzt, kann ich Euch jetzt schon sagen: "Ja! ich kann es Euch wärmstens empfehlen". Solltet Ihr jedoch die Mehrheit dieser Fragen mit "nein" beantworten, Euch eventuell auch noch der Schluss des Spieles extrem wichtig sein und Ihr zudem noch an chronischem Geldmangel leiden, würde ich mir an Eurer Stelle, wenn Ihr könnt, das Spiel erstmal ansehen bevor ich es kaufe.
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| Titel: |
Chrono Cross |
| Originaltitel: |
Chrono Cross |
| Hersteller: |
Square |
| Lokalisation: |
Square Soft (USA) |
| System: |
PlayStation |
Erscheint:
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Erschienen (Japan) Erschienen (USA) Nicht geplant (Europa) |
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